Wenn mithilfe engagierter Leute Brücken zu neuen Ufern führen

Das HoT in Sinzig bietet schulnahe Jugendarbeit und mehr

„Josef ist ein Allrounder: In allen Situationen ist er als heimlicher Helfer da – oder wir“, daran erinnerte die Leiterin des Sinziger Hauses der offenen Tür (HoT), Petra Klein, anlässlich des Joseftages. In diesem Jahr lautete das Motto zum Tag des Schutzpatrons der Arbeiter „Brücken bauen“. „Brücken stellen Verbindungen her, überwinden Abgründe und führen zu neuen Ufern“, so Klein. Für das katholische Jugendzentrum bedeutet das ganz konkret, die Angebote im HoT zur Integration wie schulnaher Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Schachklub, Spielekreis, offener Treff oder Unternehmen Smarts-up (EU Förderprogramm) zuverlässig vorzuhalten. Dabei arbeiten die Mitarbeiter eng mit den Kooperationspartnern wie etwa der Jobagentur, vertreten durch deren Geschäftsführer Daniel StellmacherHuck, oder der Sinziger Musikschule von Thomas Rhode zusammen. Im HoT gibt es Sprachkurse für Frauen, Migrationsberatung, Beratung von Geflüchteten, Erziehungsberatung, HoT-FriendsNachhilfeklub, VHS-Englischsprachkurs sowie die Ahrweiler Tafel, die immer donnerstags dort ihre Zelte aufschlägt. „Wir brauchen für Brücken viele lebendige Steine“, appellierte Kaplan Thomas Hufschmied in die Runde, sich mit ins gesellschaftliche Leben einzubringen. Denn angesichts der aktuellen Umstrukturierung innerhalb des Bistums, bei der kleinere Pfarreien in große zusammengefasst werden, müssen sich die einzelnen Gruppierungen und Institutionen innerhalb der Kirche nun besser selbst organisieren. „Wir müssen keine Angst vor Veränderung haben, sondern dürfen uns als Teil eines großen Ganzen im Bistum sehen“, so der Kaplan. Die Basis sei dann nicht mehr abhängig von Kirche und Pfarrei, was Hufschmied gar als Adelung der einzelnen Bausteine wie des HoT ansah. Darüber, wie die Rahmenbedingungen auszusehen haben, damit die Gruppierungen innerhalb des Bistums eine gewisse Selbstständigkeit haben, werde derzeit noch auf Kirchenebene diskutiert. Beeindruckt zeigten sich die Gäste, unter ihnen auch CDUMdL Guido Ernst und Kreistagsabgeordneter Wolfgang Schlagwein von den Grünen, vom Rahmenprogramm des Feiertags im HoT. So gab Antonia Krasukov, die als Gesangslehrerin in der Sinziger Musikschule arbeitet, eine Gänsehaut fördernde Kostprobe ihres Könnens. Auch hatten die Besucher Gelegenheit, selbst Bausteine mit Gedanken zu beschriften, die ihnen zum Thema Brückenbau einfielen. Gute Aussichten verspricht der Joseftag für das kommende Jahr wohl im Sinne einiger Bauernregeln, wie Hot-Leiterin Petra Klein schmunzelnd anführte. So lassen Sprüche wie „Ist’s am Joseftag klar, wird’s ein fruchtbar Jahr“ oder „Ist’s an Josef klar, wird’s ein gutes Honigjahr“ doch Erfreuliches erhoffen.

Quelle: Rhein-Zeitung, 21.03.2019 von Judith Schuhmacher
Fotos: Reiner Friedsam